Affe, Lisztäffchen - Cotton-top tamarin


Saguinus oedipus

 

Lisztäffchen gehören zu den 20 Arten der Familie der Krallenaffen, den kleinsten echten Affen. Mit Ausnahme der Großzehen besitzen Krallenaffen an allen Zehen und Fingern keine Nägel wie die anderen Affen, sondern Krallen.

Wegen ihrer geringen Größe haben sie kaum die Möglichkeit, um große Äste herum zu greifen, zum Festhalten krallen sie sich in die Rinde. Das geringe Gewicht erlaubt es den Krallenaffen, auch an den äußeren dünnen Astspitzen Nahrung zu suchen, an die schwerere Tiere nicht herankommen. Diesen Vorteil haben sie sich teuer erkaufen müssen, sie haben viele Feinde von Katzen über Schlangen bis zu Greifvögeln. Um Räuber früher zu entdecken, sind Krallenaffen fast gezwungen, in größeren Gruppen zu leben.

Da aber niemand gerne sein Futter mit fremden Artgenossen teilt, hat sich ein außergewöhnliches Sozialsystem herausgebildet. Der Kern einer Krallenaffengruppe ist das Elternpaar. Ihre Nachkommen wandern aber nicht bei Erreichen der Geschlechtsreife ab, sondern bleiben weiter in der Familie und helfen bei der Aufzucht der neuen Geschwister. Durch diese Hilfe pflanzen sie sich zwar nicht persönlich fort, aber verschaffen ihren genetisch eng verwandten Individuen einen gewaltigen Vorteil. Lisztäffchen existieren nur noch im nordwestlichen Kolumbien, geschätzt wird die Population auf 6000 Tiere.

Weitere Informationen hier: Zootierlexikon

 

Familie

Krallenaffen (Callitrichidae)

Verbreitung

Kolumbien

Nahrung

Obst, Insekten, Baumsäfte

Körperlänge

22-37 cm

Lebenserwartung

10 Jahre

Tragzeit

140-145 Tage

Anzahl Jungtiere

2 (selten 1)


Der Opel-Zoo trägt zum Erhalt des Lisztäffchens durch Teilnahme am European Ex-Situ Programme (EEP) bei. In den EEPs wird die Zucht der jeweiligen Art europaweit auf wissenschaftlicher Grundlage koordiniert, oft tragen EEPs auch zu Auswilderungsprojekten bei.

letzte Änderung: 23.02.2016