Als Teil des Naturschutzes ist der Artenschutz eine der globalen Herausforderungen unserer Zeit. Setzt sich doch die biologische Vielfalt, die letztlich unsere Lebensgrundlage darstellt und unsere Welt so lebenswert macht, auch aus den nahezu unzähligen Tierarten zusammen. Auch die Vereinten Nationen betrachten den Schutz und Erhalt des Lebens zu Wasser und zu Lande als eine der wichtigsten aktuellen Aufgaben; deshalb haben sie diesen in ihre Agenda 2030 aufgenommen.

Zoos setzen sich weltweit auf verschiedene Art und Weise für den Artenschutz ein. Dabei ist dieses Engagement beinahe genauso so vielfältig, wie das Leben selbst. Sie haben sogar eine Alleinstellungsfunktion, denn keine der Tierschutz- oder Tierrechtsorganisationen, seien sie landesweit oder global tätig, haben die Expertise, kleine Populationen von Arten zu erhalten, das heißt sie zu pflegen, sie zu vermehren und die Nachzuchten Wiederansiedlungsprogrammen zur Verfügung zu stellen.

Der Opel-Zoo nimmt teil an insgesamt 26 internationalen Erhaltungszuchtprogrammen für Reptilien, Vögel und Säugetiere und koordiniert selbst zwei solcher Programme (Hirscheber und Mesopotamischer Damhirsch).

Darüber hinaus unterstützt er auch Artenschutzprojekte vor Ort in den jeweiligen Ländern wie bspw. zurzeit das TAWI Conservancy Project, das in Kenia Korridore für Elefantenwanderungen schafft, um Siedlungen und Felder der Bevölkerung zu schützen und gleichzeitig den Lebensraum der Elefanten im Freiland zu erhalten.

Nachzuchten von insgesamt 9 im Opel-Zoo gezüchtete Tierarten werden in Wiederauswilderungsprojekte im In- und Ausland gegeben. Dazu gehören Europäischer Nerz, Waldrapp, Moorente, Marmelente, Steinkauz, Habichtskauz, Europäischer Nerz und Europäische Wildkatze.

Eine besondere Stelle im Georg von Opel-Freigehege nimmt dabei eine hochbedrohte Hirscharte ein:  Alle heute in Zoos lebenden Mesopotamischen Damhirsche stammen von den drei ursprünglich vom Zoogründer gesuchten und importierten Tiere ab. Nach der ersten Geburt 1960 und einem holprigen Start der Zucht in den ersten Jahren sind seither im Freigehege 280 Mesopotamische Damhirsche geboren. Sie wurden nicht nur an viele Zoos weltweit, sondern auch in Wiederauswilderungsprojekte gegeben, so in 2017 zwei Tiere nach Israel.

Mit dem Bau der Auffang- und Aufzuchtstation für in Deutschland streng geschützte Feldhamster setzt der Opel-Zoo sein Engagement für bedrohte heimische Arten konsequent fort. Neben Feldhamstern werden hier auch Europäische Ziesel gehalten, für die ebenfalls ein Auswilderungsprojekt besteht.
Nicht nur die Zucht und Auswilderung bedrohter Arten gehört zu den Aufgaben zoologischer Gärten im Artenschutz, sondern auch die Vermittlung von Wissen und die Bewusstseinsbildung für die Notwendigkeit der Vielfalt des Lebens und des Artenschutzes bei den Zoobesuchern. Dabei reicht die Information über diese Themen vom Artenschild an jedem Gehege über die Aktionstage „Biologische Vielfalt im Opel-Zoo erleben“ bis hin zu Öffentlichen und Sonder-Führungen durch die Zoopädagogen.
Bienenstand und Insektenhotel, verschiedene Insektenweiden und neugepflanzte Bäume wie Linden, Esskastanien und Obstbäumen bieten zahlreichen bedrohten Wildtiertarten Futter und Lebensraum. Auch hier finden sich Informationsstände, um die ökologischen Zusammenhänge zu verdeutlichen und das Verständnis für die Notwendigkeit zu erwecken, Artenvielfalt aktiv zu schützen.
Der Opel-Zoo fördert auch die Forschung über bedrohte Arten, bspw. an seinem eigenen Tierbestand. Mit der Stiftungsprofessur Opel-Zoo Zootierbiologie an der Goethe-Universität Frankfurt steht die wissenschaftliche Arbeit mit unserem Tierbestand und im Freiland auf einer nachhaltigen Basis. Darüber hinaus dienen Haar- und Kotproben von unseren Zootieren der Ausbildung von Artenschutzhunden, die bspw. an Flughäfen nach geschmuggelten Tieren suchen oder beim Nachweis von bestimmten Tierarten im Freiland helfen.

letzte Änderung: 03.05.2018